Die Erzählungen von der Mission George Bogle´s nach Tibet (1774) und Thomas Manning´s Reise nach Lhasa (1812)
(Bibliothek denkwürdiger Reisen Band 3)
Herausgegeben von Dr. Ernst Schultze
Übersetzt und bearbeitet von M. von Brandt
George Bogles Expedition brach im Jahr 1774 von Kalkutta auf und bestand aus Bogle selbst, einem Armeechirurgen namens Alexander Hamilton und Purangir Gosain (ein Agent des Sechsten Panchen Lama, dem tatsächlichen Herrscher Tibets) sowie einem Gefolge von Dienern. Trotz der Warnungen der Qing-Regierung und des Panchen Lama, dass er nicht nach Tibet einreisen durfte, nutzte er die politische Instabilität in Bhutan und die Spannungen zwischen dem Panchen Lama und dem Regenten für den 7. Dalai Lama, um Zugang zu Tibet zu erhalten, wo er vor den Panchen Lama in Shigatse gebracht wurde. Bogle machte einen positiven Eindruck auf den Sechsten Panchen Lama und verbrachte sechs Monate in Tibet. Bogle war von der Erfahrung beeindruckt und bemerkte in seinem Tagebuch: „Wenn ich auf die Zeit schaue, die ich in den Hügeln verbracht habe, erscheint es wie ein Feentraum.” Obwohl das ultimative Ziel, einen Handelsweg nach China zu etablieren, nicht erreicht wurde, wurde eine langfristige Beziehung zwischen den Briten und den Tibetern aufgebaut. Seine Mission in Tibet wurde als Erfolg angesehen.
Thomas Manning arbeitete für die Handelsmission in Kanton. Sein Ziel war es, China und insbesondere Peking zu bereisen und als ihm dies nicht glückte, versuchte er über Tibet in das chinesische Kernland vorzudringen. 1810 erreichte er Kalkutta. Bei seiner Weiterreise nach Lhasa verkleidete er sich als Bengale, um nicht direkt als Europäer erkannt zu werden; seine Fähigkeit, sich in den jeweiligen Landessprachen verständigen zu können, erleichterte sein Projekt. Im Dezember 1811 traf er in Lhasa ein und traf dort mit dem neunten Dalai Lama, dem zu diesem Zeitpunkt knapp sieben Jahre alten Luntog Gyatso, der 1805 eingesetzt wurde, zusammen. Aus Sorge vor den chinesischen Behörden, die seine Anwesenheit mit Misstrauen betrachteten, verließ Manning am 12. April 1812 Lhasa. Sein Ziel, die chinesische Hauptstadt Peking zu erreichen, konnte er nicht direkt weiter verfolgen. Im Sommer 1813 war er zurück in Kalkutta, von wo aus er nach Kanton weiterreiste und bis 1816 blieb. Erst im Gefolge einer englischen Handelsdelegation erreichte Manning im Frühjahr 1817 Peking.
Sein Reisebericht wurde erst 35 Jahre nach seinem Tod im Jahr 1875 von Clemens Robert Markham zusammen mit den Reiseberichten des Schotten George Bogle veröffentlicht.
– Antiquarisches Exemplar, sehr gut, mit leichten Gebrauchsspuren –
480 Seiten, geb., Leinen geprägt, mit Buchschmuck-Leisten von Hubert Wilm, 4 sw-Abb., 1 Karte zum Ausklappen in Farbe, mit Lesebändchen, Gutenberg-Verlag, Hamburg, 1. Auflage 1909, Format 15 x 22 cm







