von Philippe van Heurck
mit einem Geleitwort von Peter Lindegger und einem Nachwort von Michael Henss
Aus dem Vorwort: Die widersprüchliche Persönlichkeit von Alexandra David-Néel hat viele ihrer Leser und zahlreiche Wissenschaftler fasziniert. Da auch mich so manches in ihren abenteuerlichen Reiseberichten verwundert hat, begann ich, alle ihre Werke zu lesen und möglichst viele Dokumente zu all den Örtlichkeiten und Begebenheiten, die sie beschrieben hat, zu sammeln. Sehr rasch entdeckte ich zahlreiche Unstimmigkeiten zwischen den von Alexandra David-Néel gemachten Angaben und Ausführungen von wissenschaftlich anerkannten Forschern zu denselben Ereignissen und zu den identischen Orten. Es überraschte mich, dass der Nachweis falscher Angaben in den Schriften von Frau David-Néel so einfach aufzudecken war. Im Februar 1987 gab ich bei einem Vortrag die Ergebnisse meiner Untersuchungen (welche in diesem Band dokumentiert sind) öffentlich preis. Nach meinem Vortrag sprachen mich mehrere ältere Damen an und äußerten ihre Enttäuschung: Ich hatte ihre Träume zerstört! Und doch, und das muss einfach so ausgesprochen werden, Alexandra David-Néel nimmt es mit der Wahrheit nicht sehr ernst, und diesen fragwürdigen Umgang mit der Wahrheit und der Realität beherrscht sie zudem mit Talent, denn kunstvoll und überzeugend führt sie den Leser durch die Geheimnisse und die Mystik eines phantastischen Landes, dessen mystischen Geist sie so gut erfasst hatte.
Tatsächlich hat sie aber dennoch viel zur Wissenschaft beigetragen, und zwar wegen ihrer Fähigkeit, das Interesse von Menschen zu wecken. Einige wären ohne Alexandra David-Néel nie mit Tibet in Berührung gekommen. Und auch das muss gesagt werden: Sie war eine herausragende Persönlichkeit. Das Leben, das sie im frühen 20. Jahrhundert führte, war für eine Frau ihrer Zeit ganz außergewöhnlich.
– Antiquarisches Exemplar, sehr gut –
174 Seiten, Paperback, Fabri Verlag, Ulm, 1995, Format 14,4 x 20,5 cm






