Der Überlebenskampf der tibetischen Hirtennomaden
Text und Fotografien von Melvyn C. Goldstein und Cynthia Beall
Als ersten westlichen Wissenschaftlern gestattete die chinesische Regierung den renommierten amerikanischen Anthropologen Melvyn C. Goldstein und Cynthia M. Beall, Feldforschungen bei den Hirtennomaden Westtibets durchzuführen. Die Nomaden bewohnen einen der extremsten und unwirtlichsten Lebensräume der Erde, den Changtang, ein über 5000 Meter gelegenes Hochplateau am Nordrand des Himalaya, das von Gebirgen durchzogen wird. In dieser entlegenen Region, in der die Entwicklungsmaßnahmen der chinesischen Kulturrevolution hoffnungslos fehlschlugen, hat sich eine Lebensweise erhalten, die sich in einer jahrhundertelangen Tradition mit ihrer Umwelt arrangiert hat und in einem bewundernswerten Gleichklang mit der Natur lebt. Sechzehn Monate verbrachten Goldstein und Beall bei den Nomaden und dokumentierten die Kultur und den Lebenszyklus der Nomaden im Wechsel der Jahreszeiten.
So entstand ein faszinierender Forschungsbericht, in dem die beiden Wissenschaftler von den scheinbar einfachen, aber doch so ausgeklügelten Methoden berichten, mit denen die Nomaden dem kargen Hochland eine Lebensgrundlage abringen. Ihre gesellschaftliche Organisation, ihr Weidesystem, der Handel mit den angrenzenden Gebieten, all das ist darauf abgestimmt, die wenigen Möglichkeiten, die das Hochland zum Überleben bietet, sorgsam zu nutzen und für die Zukunft zu bewahren.
Diese Lebensart geriet in Gefahr, als China die Kontrolle über Tibet erlangte und versuchte, auch den Pala-Nomaden des Changtang das sozialistische Kommunensystem aufzuzwingen. Als Peking den Tibeter Nomaden nach dem Scheitern dieser Politik wieder mehr Freiräume zugestand, wandten sich die Hirtennomaden sofort wieder ihrer alten familienorientierten, buddhistischen Kultur zu, die ihnen seit Generationen das Überleben garantierte. Dies zeigt, wie groß ihre Sehnsucht ist, auch weiterhin ihre Kultur zu bewahren in einer Welt, die solche einzigartigen Lebensräume immer mehr bedroht. Beall und Goldstein dokumentierten mit wissenschaftlicher Sorgfalt und beeindruckenden Fotos den Lebensablauf und die Kultur, die stille Würde der Menschen und die Macht der Natur.
– Antiquarisches Exemplar, sehr gut, Schutzumschlag mit leichten Gebrauchsspuren –
192 Seiten, geb. mit Schutzumschlag, durchgehend farb. Fotos, DA Verlag Das Andere, Nürnberg, 1991, Format 22,3 x 29 cm  Â






