von Ewald Hein und Günther Boelmann
mit einem Vorwort des Dalai Lama
Mit der weltweit wahrscheinlich erstmaligen Veröffentlichung des Bilderzyklus aus dem Weißen Tempel von Tholing werden die Veröffentlichungen zur tibetischen Kulturgeschichte um einen Meilenstein bereichert. Günstige Umstände ermöglichten es den Verfassern, einen umfassenden Blick in dieses Juwel des tibetischen Buddhismus zu werfen. In einem unscheinbaren Gebäude der Klosteranlage von Tholing, dem ehemaligen geistlichen und weltlichen Zentrum des vergangenen Königreiches von Guge in Westtibet, hat ein bedeutender Freskenzyklus aus dem 16. Jahrhundert die Zeiten überdauert. Neben Tsaparang bewahren die Tempel Tholings Techniken und Stilelemente längst untergegangener buddhistischer Kunstschulen Nordindiens, insbesondere Kaschmirs. Die überwiegend aus diesen Regionen beeinflußte Malschule von Guge besitzt einen eigenständigen Charakter im Kreis tibetischer Kunststile, was hier eindrucksvoll präsentiert werden kann.
Eingebettet in die Geschichte (West) Tibets wird der Leser und Betrachter langsam mit dem Tempel und seinem Umfeld vertraut gemacht, bevor sich ihm die Türen dieses Kleinodes öffnen. Hier, im Heiligen Raum, wird er konfrontiert mit den Bedingungen seines eigenen Da-Seins. Der verschlüsselte Symbolgehalt der Fresken spiegelt den ursprünglichen „Sinn“ des Lebens wider, den aktiven Weg zu Mitgefühl und Weisheit. Wie bei Rohdiamanten geben die Bildnisse des Weißen Tempels ihre Schätze erst nach dem Schliff preis – hier durch Kontemplation und Reflektion. Doch Worte allein vermögen den Zugang zu diesen Geheimnissen nicht zu erschließen.
– Antiquarisches Exemplar, wie neu –
186 Seiten, geb., 46 größtenteils großformatige farb.-Fotos und zahlr. sw-Abb., 1 Karte, Melina-Verlag, Ratingen, 1994, Format 24,8 x 29,5 cm






